Was Justin in diesem Gespräch nicht erwartet hatte
Wer denkt, Schimmel ist einfach zu erkennen und noch einfacher zu entfernen, wird in diesem Gespräch eines Besseren belehrt. Justin Jernoiu trifft Stefan Kominatzki von der KSK GmbH aus Erkrath - einen Schimmelpilzgutachter mit jahrelanger Erfahrung in Wohngebäuden, WEGs und Mietwohnungen. Was als klärende Unterhaltung beginnt, entwickelt sich schnell zu einem echten Wissensschock: Kaum ein anderes Thema im Immobilienbereich ist so von Halbwissen und gut gemeinten Irrtümern geprägt.
Darf man Schimmel einfach überstreichen? Verrät der Geruch zuverlässig, ob Schimmel vorhanden ist? Und wer zahlt eigentlich - Mieter oder Eigentümer? Stefan Kominatzki beantwortet diese Fragen nicht mit Floskeln, sondern mit konkreten Zahlen, Fallbeispielen aus der Praxis und einer überraschend differenzierten Sichtweise. Justin hakt nach, wo viele wegschauen - und das Ergebnis ist ein Gespräch, das man als Mieter, Eigentümer oder Verwaltungsbeirat unbedingt gesehen haben sollte.
Schimmel wächst überall - auch in gepflegten Wohnungen
Eine der überraschendsten Erkenntnisse aus dem Gespräch: Schimmelsporen sind in jeder Raumluft vorhanden - immer und überall. Damit Schimmel wächst, braucht er drei Dinge gleichzeitig: Feuchtigkeit, eine organische Oberfläche als Nährboden und eine geeignete Temperatur. Fehlt auch nur ein Faktor, passiert nichts. Sind alle drei gegeben, kann Schimmel innerhalb von Stunden anwachsen.
Besonders erstaunlich: Ein normaler 4-Personen-Haushalt gibt täglich bis zu 12 Liter Wasserdampf an die Raumluft ab - durch Atmen, Kochen, Duschen, Wäschetrocknen. Ab einer relativen Luftfeuchtigkeit von 60-70 % wird es kritisch. Stefan Kominatzki erklärt im Gespräch mit Justin, warum selbst gut geführte Haushalte betroffen sein können - und welche Alltagsgewohnheiten das Risiko erheblich senken.
Nicht jeder Schimmel ist gleich gefährlich
Justin fragt direkt: Muss ich bei schwarzem Schimmel sofort ausziehen? Die Antwort ist differenzierter, als viele denken. Nicht die Farbe entscheidet über die Gefährlichkeit, sondern die Schimmelpilzart. Im Gespräch werden die häufigsten Arten erklärt, die in deutschen Wohngebäuden vorkommen - von Aspergillus und Penicillium, die Mykotoxine bilden können, bis zu Cladosporium, das sich besonders schnell ausbreitet. Besonders gefährdet sind Kinder, Senioren, Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem - ein Punkt, bei dem Justin im Gespräch spürbar nachdenklich wird.
Ein Begriff taucht im Gespräch auf, den viele noch nicht kennen: Fogging. Dahinter steckt ein schwarzer, fettiger Film, der sich auf Oberflächen absetzt und oft mit Schimmelpilz verwechselt wird - aber eine völlig andere Ursache hat. Stefan Kominatzki erklärt den Unterschied und warum eine vorschnelle Diagnose zu falschen - und teuren - Sanierungsmaßnahmen führen kann.
Wärmebrücken, Dauerkippen und der Schrankabstand von der Wand
Was verursacht Schimmel wirklich? Im Gespräch arbeiten Justin und Stefan Kominatzki die zwei großen Ursachengruppen durch: bauliche Mängel wie Wärmebrücken, undichte Dächer oder fehlende Dämmung auf der einen Seite - und falsches Nutzerverhalten auf der anderen. Fenster dauerhaft auf Kipp, Wäsche in der Wohnung trocknen, Möbel direkt an Außenwände stellen: All das klingt harmlos, kann aber langfristig zu echten Schimmelproblemen führen.
Wie groß sollte der Abstand zwischen Schrank und Außenwand sein? Justin stellt diese Frage, die sich viele stellen aber selten beantworten können. Die Antwort aus dem Expertengespräch ist konkret und einprägsam - und zeigt, wie kleine Veränderungen im Alltag einen großen Unterschied machen können. Auch das Thema richtiges Lüften wird ausführlich behandelt: Warum Stoßlüften besser ist als Dauerkippen, und welche Raumtemperaturen man auch im Winter halten sollte.
Schimmelspürhunde, KI-Apps und was wirklich hilft
Justin fragt auch nach den skurrileren Methoden zur Schimmelerkennung: Funktionieren Schimmelspürhunde wirklich? Was taugen Smartphone-Apps und KI-gestützte Erkennungssoftware? Stefan Kominatzki gibt ehrliche Einschätzungen - ohne Fachkollegen schlechtzumachen, aber auch ohne Mythen zu bedienen. Das Ergebnis: Einige dieser Methoden haben durchaus ihren Wert, ersetzen aber keine professionelle Untersuchung mit akkreditiertem Labor.
Denn genau darum geht es bei einer echten Schimmelpilzuntersuchung: Folienkontaktproben, Luftkeimsammlungen, Feuchtigkeitsmessungen und Thermografieaufnahmen liefern Ergebnisse, die vor Gericht standhalten. Stefan Kominatzki erklärt im Detail, was bei einer professionellen Untersuchung passiert, wie Laborberichte zu lesen sind - und warum man als Laie schnell falsche Schlüsse zieht, wenn man die Zahlen nicht einordnen kann.
Wer zahlt - und was ist der größte Fehler bei Schimmelbefall?
Die Kostenfrage ist oft der eigentliche Streitpunkt zwischen Mietern und Eigentümern. Im Gespräch erklärt Stefan Kominatzki, nach welchem Prinzip die Verantwortung verteilt wird: Liegt der Schimmel an baulichen Mängeln, trägt die Eigentümergemeinschaft die Kosten. Liegt er an nachweisbar falschem Nutzerverhalten, kann der Mieter in die Pflicht genommen werden. Entscheidend ist dabei das gerichtsfeste Gutachten als Grundlage - ohne das wird jeder Streit zum teuren Glücksspiel.
Den größten Fehler nennt Stefan Kominatzki am Ende des Gesprächs - und Justin ist sichtlich überrascht, wie häufig er passiert: Schimmel selbst großflächig entfernen, ohne die Ursache zu kennen. Das beseitigt das sichtbare Problem, löst aber nichts - und macht eine spätere professionelle Untersuchung oft schwieriger. Die klare Empfehlung aus diesem Video: Bei Schimmelverdacht fotografieren, melden - und dann einen unabhängigen Fachmann hinzuziehen.
Themen & Fragen in diesem FeeGespräch
- 🏢 Vorstellung der KSK GmbH und ihres Leistungsspektrums
- 🔬 Grundvoraussetzungen für Schimmelpilzwachstum
- ⚡ Wie schnell kann sich Schimmelpilz ausbreiten?
- 🧫 Sind alle Schimmelpilze an den Wänden gleich gefährlich?
- 📐 Wie groß soll der Abstand der Schränke von den Wänden sein?
- ⚠️ Welche gesundheitlichen Schäden verursachen Schimmelpilze?
- 🐕 Schimmelspürhunde - wie funktioniert das?
- 📱 Handy und KI zur Erkennung von Schimmelpilzen
- 🌡️ Was sind Wärmebrücken und welche Rolle spielen sie?
- 💨 Wie lüftet man richtig, um Schimmelbildung zu vermeiden?
- 📊 Prozentuale Verteilung der Ursachen für Schimmelpilzentstehung
- 🧺 Wäsche trocknen in der Wohnung - was ist erlaubt?
- 🔍 Wie läuft eine professionelle Schimmelpilzuntersuchung ab?
- 🛠️ Geräte zur Schimmelpilzerkennung im Profi-Einsatz
- 💰 Kosten einer Schimmelpilzuntersuchung
- 📋 Auswertung der Messungen und der Abschlussbericht
- 🚫 Soll man Schimmelpilze selbst entfernen?
- ❌ Der größte Fehler, den man bei Schimmelbefall machen kann
Kapitelübersicht (Zeitstempel)
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- 00:00 - Begrüßung
- 03:47 - Vorstellung KSK GmbH
- 12:45 - Warum Schimmelpilzexperte?
- 16:29 - Wie schnell breitet sich Schimmelpilz aus?
- 17:46 - Grundvoraussetzungen für Schimmelpilzwachstum
- 21:01 - Sind alle Schimmelpilze gleich?
- 25:54 - Schrankabstand von der Wand
- 27:54 - Gesundheitliche Schäden durch Schimmelpilze
- 29:31 - Schimmelspürhunde
- 33:13 - Was ist Fogging?
- 34:40 - Handy & KI für Schimmelerkennung
- 39:35 - Faktoren für Schimmelpilzwachstum
- 42:23 - Was sind Wärmebrücken?
- 50:51 - Prozentuale Verteilung der Ursachen
- 54:12 - Richtiges Lüften zur Schimmelprävention
- 01:01:36 - Hygrometer in der Wohnung sinnvoll?
- 01:03:49 - Wäsche trocknen in der Wohnung
- 01:10:20 - Ablauf einer Schimmelpilzuntersuchung
- 01:13:55 - Geräte zur Schimmelpilzerkennung
- 01:22:33 - Kosten einer Untersuchung
- 01:28:29 - Auswertung & Bericht
- 01:34:37 - Schimmelpilze selbst entfernen?
- 01:37:14 - Der größte Fehler bei Schimmelbefall
- 01:40:32 - Verabschiedung
Was dieses Video von anderen Schimmel-Ratgebern unterscheidet
Im Internet kursieren unzählige Tipps zum Thema Schimmel - die meisten davon sind vereinfacht, veraltet oder schlicht falsch. Dieses FeeGespräch setzt auf etwas anderes: ein echtes Gespräch mit einem unabhängigen Fachmann, der weder Sanierungsfirma noch Vermieter vertritt, sondern ausschließlich neutrale Schimmelpilzgutachten und Raumluftanalysen liefert. Stefan Kominatzki erklärt, warum das so wichtig ist - und was passiert, wenn Betroffene zu lange warten oder das Problem selbst in die Hand nehmen. Ein Gespräch, das Klarheit schafft, wo sonst Unsicherheit herrscht.